Spielt Ihr noch - oder lernt Ihr schon ...?
Webgerechte Bilder bearbeite ich bereits seit 2002.
Man muss sich in dieser "neuen" digitalen Welt nicht ständig beweisen, wenn man sich bereits seit 1997 intensiv mit ihrer technischen Anwendung beschäftigt - und damit meine ich ausdrücklich nicht irgendwelche Werkseinstellungen.
Der vielleicht etwas egomanisch klingende Spruch von mir:
"
Spielt Ihr noch - oder lernt Ihr schon ...?"
kommt also nicht von ungefähr.
Manche mögen darin Angeberei sehen.
Für mich bedeutet es jedoch etwas anderes: Wer über Jahrzehnte technische Systeme aufgebaut, konfiguriert, angepasst und betrieben hat, darf auch zeigen, was er kann. Das ist eine andere Sichtweise als die klassische, rein kommerzielle Betrachtung von Unternehmertum.
Vom IntraNET zum Web
Ich habe für Unternehmen technische Umgebungen konfiguriert - von IntraNET- und Netzwerkstrukturen über Webserver bis hin zu eCommerce-Systemen - und dabei statische Webseiten pixelgenau an die jeweiligen technischen Gegebenheiten angepasst.
Das geschah lange vor dem Aufkommen des heute selbstverständlichen Responsive Designs, das sich ab etwa 2009 zunehmend durchsetzte.
Dabei wird gerne übersehen, dass "
mobil" nicht gleich "
mobil" ist.
Ein Tablet, das fest in ein Smart-Home-System integriert ist, stellt vollkommen andere Anforderungen an eine Webanwendung als ein Smartphone, das unterwegs verwendet wird. Responsive Design bedeutet deshalb nicht einfach nur, eine Seite irgendwie kleiner darzustellen. Es bedeutet, eine Anwendung technisch und gestalterisch an ihren jeweiligen Nutzungskontext anzupassen.
Die Anfänge mit Commodore
Die digitale Welt begann für viele nicht mit Smartphone, Cloud und App.
Sie begann mit dem Homecomputer.
Auch ich bin diesen Weg gegangen - mit Commodore, später mit PC-Systemen und den unterschiedlichen Betriebssystemgenerationen. Bereits damals war erkennbar, wohin die Entwicklung gehen würde:
Alles wird kleiner, leistungsfähiger, vernetzter und schneller.
286er, 386er und die folgenden Generationen standen für einen technischen Wandel, der spätestens rund um den Millennium-Wechsel noch einmal deutlich an Fahrt aufnahm.
Damals ging es nicht darum, fertige Systeme einfach einzuschalten.
Man musste sie verstehen.
Man musste wissen, was dahinter passiert.
Amiga Commodore OS Heute
IT-Fachkräfte braucht das Land
Der Satz "IT-Fachkräfte braucht das Land" war schon in den Jahren der zunehmenden Globalisierung präsent.
Doch gerade diese Entwicklung hat auch eine andere Seite.
Während technische Fachkräfte über Jahrzehnte Netzwerke, Server, Betriebssysteme, Webumgebungen und Kommunikationsstrukturen aufgebaut und am Laufen gehalten haben, wurde vieles zunehmend standardisiert, ausgelagert und auf Kennzahlen reduziert.
Heute erleben wir die Folgen dieser Entwicklung auf vielen Ebenen.
Handelskonflikte, der Chip Act, globale Lieferketten, Abhängigkeiten bei Hardware und Infrastruktur, Cyberangriffe und die zunehmende Digitalisierung sämtlicher Lebens- und Wirtschaftsbereiche zeigen, wie abhängig unsere Gesellschaft von funktionierender IT geworden ist.
Und plötzlich stellt sich die Frage :
Wo sind eigentlich die Menschen geblieben, die diese Systeme wirklich verstehen?
Die Nummernzählerei
Das eigentlich Schwierige an dieser Entwicklung ist für mich nicht die Technik.
Es ist der Umgang mit den Menschen dahinter.
Viele derjenigen, die sich früher aus eigenem Antrieb mit IT beschäftigt, Netzwerke aufgebaut, Hardware repariert, Betriebssysteme verstanden und sich ihr Wissen selbst erarbeitet haben, verschwinden zunehmend aus dem aktiven technischen Umfeld.
Sie werden weniger gebraucht - zumindest scheint es aus Sicht mancher Entscheidungsträger so.
Dabei sind gerade diese Erfahrungen über Jahrzehnte gewachsen.
Man hat nicht zwanzig Jahre lang gelernt, ausprobiert, Fehler gemacht und Systeme wieder zum Laufen gebracht, um anschließend nur noch eine Nummer in irgendeiner Statistik zu sein.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Und Erfahrung lässt sich nicht vollständig durch Kennzahlen ersetzen.
No Comment - Back to the Roots
Technik war ursprünglich etwas, das Menschen miteinander verbunden hat.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Kompatibel. Zusammen. Untereinander. Miteinander.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Meine technische Entwicklung verlief dabei quer durch zahlreiche Systeme:
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Von den frühen Commodore-Systemen über Windows 3.1 - damals noch auf acht 3,5"-Disketten - bis hin zu Windows 11.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Dazu kamen Linux-Systeme wie Red Hat, SUSE, Mandrake, Ubuntu, Debian, Raspbian und weitere Exoten.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Nicht jedes System war gleich.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Aber genau darum ging es :
Kompatibilität verstehen. Unterschiede erkennen. Systeme miteinander kommunizieren lassen.
Netzwerk, BBS und Server
Zu den frühen Netzwerkumgebungen gehörten unter anderem BBS-Systeme, Serverkonstellationen mit Eisfair und der Zugriff über PuTTY beziehungsweise SSH.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Verbunden wurden unterschiedliche Welten :
Man hat Erfahrung aufgebaut.
AmigaOS, Mac OS, Linux und Windows.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Das Netzwerk war damals noch wesentlich stärker etwas, das man selbst aufbauen, konfigurieren und verstehen musste.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
TCP/IP war kein abstrakter Dienst irgendwo in einer Cloud.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Es war Teil der eigenen technischen Umgebung.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Und manchmal konnte ein Server sogar dafür sorgen, dass man nach einem festgelegten Zeitplan geweckt wurde.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
MIME-Types, Daten und das Web
Auch die damaligen MIME-Types und Datentypen gehören zu dieser Entwicklung.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Was damals vielleicht wie eine technische Detailfrage wirkte, bildet heute einen Teil der Grundlagen des World Wide Web.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Welche Daten werden übertragen?
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Wie werden sie vom System interpretiert?
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Handelt es sich um Text, Bild, Audio, Video oder einen anderen Datentyp?
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Diese technischen Definitionen und Standards bilden bis heute einen wesentlichen Bestandteil der Kommunikation im Web und sind in den entsprechenden RFCs dokumentiert.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Was damals technische Grundlagen waren, bestimmt heute mit, wie das Web Text, Bilder, Audio, Streaming und andere Inhalte verarbeitet und darstellt.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Und genau deshalb ...
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Wenn man diese Entwicklung einmal aus der Perspektive von 1997 bis heute betrachtet, wird deutlich, wie viel sich verändert hat.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Von Commodore über die ersten Netzwerke, BBS, TCP/IP, Server, Windows und Linux bis hin zu heutigen Webanwendungen, mobilen Geräten und vernetzten Systemen.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Die Technik hat sich verändert. = Die Grundlagen sind geblieben.
Verstehen. Ausprobieren. Lernen. Anpassen. Vernetzen.
Man hat Erfahrung aufgebaut.
Deshalb bleibt mein alter Spruch aktueller denn je:
Man hat Erfahrung aufgebaut.
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